Wo bin ich?

Die Welt ist ein Buch – wer zu Hause bleibt, liest nur die erste Seite.

Archiv für April 2011

Fernwandern 1. Tag: Glasgow

Geschrieben von clarice22 - Samstag, 30. April 2011

Dank easyjet fliegen wir auf dem kürzesten Weg von Berlin Schönefeld nach Glasgow und kommen dort vormittags bei blauem Himmel und Sonnenschein an. Unser erster Plan ist, einen Tag in Glasgow zu bleiben und erst am nächsten Tag loszuwandern. Also machen wir uns auf den Weg ins Stadtzentrum, um eine Unterkunft zu suchen. Wir haben nämlich weder für heute noch für die kommenden 14 Tage Unterkünfte gebucht.

Aber Schottland ist in dieser Hinsicht einfach zu bewältigen. Man nimmt einfach den Bus ins Stadtzentrum, geht in die Touristeninfo und lässt sich dort einen Stadtplan sowie Auskunft zu Hotels und B&Bs (Bed & Breakfast) geben. Fertig. Dann lässt man sich mit den Menschen treiben, lässt die Innenstadt auf sich wirken, besucht die erste Café-Ketten-Filiale, trödelt ein bißchen im Sonnenschein und bewundert erste schottische Kulturdarbietungen.

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@metaloholic: Das letzte Bild ist extra für dich. Eine Edinburgh-erin (sagt man das so?) erklärte mir, das mit den frittierten Marsriegeln und Dönern sei ein RunningGag. Also wahrscheinlich so wie bei uns Bielefeld. Was du da siehst, ist übrigens vollständig vegetarisch, also von wegen kein Gemüse ;P

Die Suche nach zwei Einzelzimmern ist nicht so einfach, wie wir dachten. In ersten Hotel will man 130 Pfund (meine Tastatur hat kein Pfundzeichen ;D ) pro Zimmer und schickt uns auf Nachfrage in ein billigeres Hotel, das nur 130 Pfund pro Zimmer will und uns auf erneute Nachfrage in das billigere Hotel zurück schickt, von dem wir gerade kommen. Die mögen sich wohl nicht.

Irgendwann finden wir dann doch noch eine Unterkunft zu je 35 Pfund pro Zimmer im Newton Hotel, was deutlich besser zu unserem Budget passt.

Übrigens habe ich heute zum ersten Mal meine extra-Wander-Funktionskleidung an und muss sagen, dass Wanderstrümpfe voll warme Füße machen :D

Wir gehen dann noch hübsch essen und frühzeitig ins Bett, um den ersten Wandertag ausgeruht zu beginnen.

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Fernwandern

Geschrieben von clarice22 - Donnerstag, 28. April 2011

Letztes Jahr sah ich eine TV-Doku über den Appalachian Trail in den USA und war von der Idee, vom Alltag mal auszusteigen, sofort begeistert. Ich hätte zwar keine 6 Monate Zeit, die man braucht, um den Appalachian Trail zu wandern, aber ich war überzeugt, dass es andere, kürzere Fernwanderwege in Europa gibt, die man in weniger Zeit wandern kann.

Es gab nur zwei Probleme: erstens war ich skeptisch, ob ich unsportliches Mensch so eine Wanderurlaubsidee in die Tat umsetze, und zweitens teilte mein Lieblingsliepster meine Begeisterung überhaupt nicht. Ein Begleiter fand sich dann aber doch ganz schnell.

Meine Suche nach Fernwanderwegen in Europa, die man in maximal 14 Tagen laufen kann, war schnell abgeschlossen und die Wahl fiel auf den West Highland Way in Schottland.

Immer noch ungläubig, dass ich wandern gehe wollte, obwohl ich schon mosere, wenn ich Sonntag Nachmittag spazieren gehen soll, buchte ich zwei Flüge nach Glasgow und deckte mich mit Wanderführer und -ausrüstung ein.

Und am 30.4.2011 ging es dann tatsächlich los.

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Im Treppenhaus

Geschrieben von clarice22 - Dienstag, 19. April 2011

Ich finde beim nach Hause kommen eine Meldung von der Post im Briefkasten.

Juhuuu, meine Bestellung ist schon da!

Laut Briefträger beim Nachbarn in der 2. Etage.

Schön, das liegt auf dem Weg.

Ich klingele.

Ich höre, wie jemand zur Tür kommt und dort einen Moment verharrt.

Ich freue mich und fühle mich durch den Spion gemustert.

Ich höre, wie derselbe jemand wieder weg geht.

Ich wundere mich.

Ich höre, wie derjenige erneut zur Tür kommt.

Gut, dachte ich erleichtert, hat derjenige wohl schon mein Päckchen geholt.

Die Tür geht auf.

Anstelle von Klaus blickt eine unbekannte junge Frau scheu um die Ecke.

Stimmt, Klaus’ Schwester ist ja auch wieder ausgezogen.

Hat der Klaus wohl eine neue Mitbewohnerin.

Ich halte ihr meinen Postzettel unter die Nase.

Ich: “Haben Sie ein Päckchen für mich? Der Name auf dem Zettel ist nicht ganz vollständig, aber hier steht Hinterhaus 2. Etage und von den zwei möglichen Namen passt Ihrer am besten.”

Sie nickt leicht.

Ich freue mich.

Sie will mir den Zettel aus der Hand nehmen, sagt: “Danke”.

Sie schickt sich an, die Tür zu schließen.

Ich ziehe den Zettel zurück und meine: “Nein, sie haben ein Päckchen für MICH!”

Sie antwortet: “Das kann nicht sein, ich wohne hier erst seit 3 Wochen.”

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In der Fastenzeit

Geschrieben von clarice22 - Sonntag, 3. April 2011

… verzichtet man auf Dinge, die einem zur Gewohnheit geworden sind. Zumindest wird so die Fastenvariante für Nichtreligiöse beschrieben.

Da es immer mehr Menschen in meinem Umfeld gibt, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen in irgendeiner Form dem Vegetarismus hingeben, habe ich kurz vor Aschersmittwoch beschlossen, die Fastenzeit zu nutzen, um mich ebenfalls für sieben Wochen im Fleisch- und, weil’s so schön klassisch ist, Alkoholverzicht zu üben. Also faste ich.

Das ist gar nicht so schwer. Ich kaufte mir ein vegetarisches Kochbuch und stürzte mich auf Tofu und Hülsenfrüchte. Leider musste ich feststellen, dass ich Tofu ungenießbar finde und Hülsenfrüchte immer noch diese unvermeidbare und für den 8-Stunden-Tag im Büro untaugliche Auswirkung auf die Verdauung haben. Schade ist auch, dass die meisten Rezepte einen für mich ungewohnt hohen Anteil an Kohlehydraten beinhalten, der sich früher oder später negativ auf meine Figur auswirken würde. Die vegetarische Küche öffnet mir allerdings viele neue und kreative Wege mit Nahrungsmitteln zu kochen, die man in der Fleischküche von selten bis gar nicht verwendet. Und wenn man erst einmal die “Willst du uns was mitteilen”-Unterstellungen überstanden hat, ist der Verzicht auf Alkohol ebenfalls leicht zu bewätligen.

Abgesehen davon bin ich überrascht, wie leicht es in den knapp vier Wochen war, kein Fleisch zu essen. Nur jetzt wird’s irgendwie kritisch. Mir steigen mittlerweile die Gerüche, die so eine Currywurstbude erzeugt, ungewohnt intensiv in die Nase und lassen das Bratgut verdammt appetitlich erscheinen. So langsam verlangt auch mein Beißgefühl danach, sich mal wieder durch Fleischfasern zu arbeiten, und mein Kopf erzeugt Bilder von unwiderstehlich leckeren Steaks. Da wird es immer schwerer, nicht einfach ins nächste Steakhaus zu gehen. Ist doch komisch, dass einem Dinge ungewohnt unwiderstehlich und verführerisch vorkommen, nur weil sie plötzlich verboten sind.

Noch drei Wochen habe ich zu überstehen. Erst dann darf ich wieder in ein Tier beißen. Wen es interessiert, erzähle ich gerne, ob ich durchgehalten habe.

Eine Empfehlung, die ich jetzt schon gerne weitergeben möchte ist: auch wenn wir uns nicht oder nur teilweise vegetarisch ernähren möchten, sollten wir trotzdem mal in ein vegetarisches Kochbuch kucken. Die Rezeptideen inspirieren und werten die gemeinen Kochkünste auf. Und ein kleines Steak lässt sich allemal hinzufügen ;D

Von SpiegelOnline unlängst empfohlen: ein Kochbuch von Christel Kurz und ein Rezept für vegetarische Lasagne (wer es ausprobiert, möge mir bitte sagen, ob und wie gut es ist).

Ich habe mir dieses Kochbuch gekauft: Vegetarisch genießen

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Im Wedding

Geschrieben von clarice22 - Sonntag, 3. April 2011

Der Wedding kommt! Ich sag’s euch. Gestern waren wir gemütlich shoppen und entdeckten auf dem Heimweg einen neuen Laden: Spiritus Mundi. Die haben ein echt wildes Sortiment sowohl aus der Umgebung als auch aus aller Herren Länder. Von Kuchen á la american cheese cake, Brot, Cookies und Bagels aus der Frischeteke, über Bioprodukte und nem offenbar umfangreichen Weinangebot bis hin zu Dekoartikeln und Einrichtungsgegenständen aus dem Bereichen Kitsch, Kunst und ShabbyChic. Die passen auf jeden Fall zum Schraders, dem tollen Restaurant bei uns um die Ecke. Wir haben natürlich gleich das Kuchenangebot ausprobiert. Ich sage nur: leckerst!

Ich würde es klasse finden, wenn sich noch mehr solcher Läden im Wedding niederließen. Also viel Erfolg Spiritus Mundi!

Eine spannende Eckkneipe neben dem Spiritus Mundi gibt’s ja auch schon seit langem. Die WG. Die ist echt schräg. Ich war noch nie drin, aber von außen sieht sie superschräg aus. Wenn ich meine Fastenzeit beendet habe, muss ich da unbedingt mal hin. Wer will mit?

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Auf dem Heimweg

Geschrieben von clarice22 - Samstag, 2. April 2011

Da verlasse ich das Bürogebäude und treffe am Ausgang auf eine Kollegin, mit der ich überhaupt nichts zu tun habe. Wir grüßen uns freundlich und sie fragt, ob ich zur S-Bahn ginge. Ich bejahte. Plötzlich verabschiedet sie sich, wechselt im Sturmschritt auf die andere Straßenseite und jagt die Straße entlang. Ich dachte, gut, sie wird wohl den Bus nehmen wollen, und gehe gemütlich weiter. Nachdem ich die Hauptstraße gekreuzt habe, sehe ich, wie die Kollegin ebenfalls die Straße in meine Richtung überqueren will. Leider muss sie erst die Autos vorbeilassen, so dass ich, ohne mich anzustrengen, aufholen kann. Trotzdem schafft sie es, auf meine Straßenseite zu gelangen noch bevor sie auf mich treffen muss und peest, den Blick starr auf den Boden gerichtet, weiter Richtung S-Bahn, um nur kurz vor mir den S-Bahnhof zu betreten. Sie sprintet die Treppe hinunter und biegt, offenbar erleichtert, um die linke Ecke. Ich hüpfte ebenfalls die Treppe hinunter und überlegte, ob ich sie noch etwas ärgere und hinterher gehe. Aber ich ging dann doch nach rechts und fuhr einfach nur verwundert nach Hause.

Manche Menschen sind komisch, oder?

Für mich war gestern übrigens erst Frühlingsanfang. Es war warm draußen, ich bekam Komplimente in der Kosmetikabteilung, kaufte erfolgreich ein paar Ausrüstungsgegenstände für den kommenden Wanderurlaub und fand dann auch noch den Eismann an der Seestraße, der so tolles Softeis verkauft, von dem ich mir spontan eins gönnte. Vanille mit Örbbeer, hmmmm.

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