Wo bin ich?

Die Welt ist ein Buch – wer zu Hause bleibt, liest nur die erste Seite.

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Über Umweg nach New York

Verfasst von clarice22 am Montag, 27. August 2007

So. Da bin ich wieder und gebe unseren Reisebericht zum Besten.
Wir flogen also wider aller Erwartungen pünktlich in Arequipa ab, landeten etwa 90 Minuten später in Lima, saßen unsere Wartezeit ab und bestiegen pünktlich den Flieger nach New York.
Unser Flugzeug in Arequipa, letzter Blick auf die Slums
8 Stunden später riss man uns unsanft aus dem Schlaf und teilte uns mit, dass wir aufgrund der Wetterbedingungen nicht landen dürfen und wir deshalb jetzt nach Washington D.C. fliegen, was mich ein bissel schockierte, da ein verpasstes Flugzeug nicht mit einem verpassten Zug vergleichbar ist, aber eigentlich hatten wir ausreichend Zeit, da unser Anschlussflug erst abends gegen 23 Uhr ging. Bis dahin sollten wir es bis nach New York geschafft haben. Nur unser NY-Besichtigungstag würde leider ausfallen müssen.
Also: Landung in Washington, 60 Minuten lang warten auf Abflug nach NY, dann endlich gings weiter. Das Flugzeug fuhr einen Meter zurück, einen Meter wieder vor und dann teilte man uns mit, dass die Polizei darauf bestünde, dass wir hier in Washington einreisen und nicht erst in NY. Also doch alle raus, Gepäck auch, stundenlanges Warten an der Einreise, dann noch einmal an der Gepäckausgabe und danach jede Stunde die Info, dass man in einer Stunde Information haben würde. Gaaaaanz toll. Dieses Theater ging den ganzen Tag so, dann, irgendwann nach Mitternacht, flogen wir doch noch nach NY und haben unseren Hamburgflieger nur um etwa 90 Minuten verpasst. Nicht mehr allzugut gelaunte Meute, die weiter nach NY will und mittlerweile ungeduldig auf Infos wartet
Aber, da das nicht unser Verschulden war, bekamen wir gleich bei Ankunft in NY ein Hotelzimmer und ein neues Flugticket fürden nächsten Tag von unserer Fluggesellschaft LAN Peru. Chapeaux. Gegen 10 Uhr vormittags ließen wir uns wecken und frühstückten erst einmal. Dann gaben wir für teure 60 Dollar unser Gepäck am Flughafen ab und machten uns unbeschwert (im wahrsten Sinne des Wortes) auf den Weg Richtung Zentrum mit der Subway. Das dauerte etwas, aber wir landeten schließlich an der 5th Avenue und begannen unsere Spaziertour. 5th Avenue, Times Square, Broadway und Central Park. Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr ganz genau, aber das macht nichts. Zwischendurch gingen wir, wie vorher in Peru abgemacht, einen richtigen, amerikanischen Burger essen und waren auch begeistert von Größe, Geschmack, Zubereitungszustand (heiß, gut durch und knusprig). Jeder weiß, dass Schokolade gute Laune macht, aber Burger? Irgendwo am Times Square Am Central Park
Danach schlenderten wir noch ne Weile rum, tranken Kaffee in einem der zigtausend Starbucks, die alle 100 m zu finden sind, und begaben uns irgendwann zum Bahnhof, da wir diesmal überiridisch zum Flughafen zurück fahren wollten.
Am Flughafen angekommen holen wir unser Gepäck, checken ein und fliegen los. Der Service von Air Emirates hat in dem letzten halben Jahr nicht an Qualität verloren, das Flugzeug ist zwar voller als beim Hinflug aber wieder nicht komplett besetzt, nur die Sitze scheinen unbequemer. Und dann, mit genau einem Tag Verspätung, landen wir in Hamburg, wo wir schon freudig erwartet und sogleich nach Hause gefahren werden.
Puhhhhh …. geschafft. Sogar ohne Schwierigkeiten mit Gepäck oder so.

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Immernoch hier … gesund und munter

Verfasst von clarice22 am Sonntag, 19. August 2007

Also, wie bereits beim Peter zu lesen ist, geht es uns gut.
Das Erdbeben war etwa 1000 km weit entfernt, bei uns wackelten nur die Waende. Allerdings war es doch das staerkste Beben, das wir mitmachten.

Tja … auch in der letzten Woche ist so einiges passiert. Am Dienstag war mein letzter Arbeitstag an der Uni, weshalb ich auch nicht mehr so oft online bin. Mittwoch, der Tag des Bebens, war gleichzeitig der 476. Jahrestag der Stadt Arequipa, ein Highlight des Jahres, auf das wir seit Ankunft vorbereitet werden. Wie es war? Naja … das Spektakel ist ein Umzug durch die Stadt, der den ganzen Tag andauert und dem wir sage und schreibe 30 Minuten Anwesenheit gegoennt haben. Danach hatten wir es gesehen und haben uns auf den Weg zur FIA (Feria Internacional Arequipa – eine Messe) gemacht, was dann letztendlich wesentlich spannender war, als dem Umzug beizuwohnen. Am Abend zuvor waren wir mit unseren Stammtisch-Freunden auf einem Rockkonzert, was auch ganz lustig war.
Am Donnerstag war ich allein zu Hause, weil alle anderen noch arbeiten mussten, aber so ein Tag mit nichts-tun ist auch mal in meinem Sinne. Am Freitag dann, der erste freie Tag von Peter, haben wir mit Vorbereitungen und Einkaeufen verbracht, denn schliesslich sollte abends Peters Abschiedsfeier stattfinden, mit unseren Stammtisch- und sonstigen Freunden sowie Peters Arbeitskollegen. Um 21 Uhr sollte es losgehen, was sich dann auf 22 Uhr hinauszoegerte, weil da erst die Leute kamen. Das machte die Party aber nicht weniger amuesant und wir feierten „nur“ bis 4 Uhr morgens, weil die meisten am naechsten Tag fruehzeitig irgendwohin oder arbeiten mussten.
Am Samstag, also gestern, kamen wir 14 Uhr der zweiten Einladung des Vizerektors zum Mittagessen nach. D.h., wir schlugen puenktlich auf und warteten etwa eine Stunde, weil der Gastgeber selber noch auf dem Weg von Lima nach Arequipa war. Dann gab es wieder lecker und viel zu viel sehr gutes Essen und danach begab man sich in die Stube, wo mit einem Teil der Familie gesungen und musiziert wurde, ein Brauch der fuer Peru ganz typisch ist. Der Aufforderung, mal was typisch Deutsches zu singen, sind wir dann nicht nachgekommen, auch nicht, als man uns ausreichend mit Wein und Bier abfuellen wollte. Naja, typisch deutsch eben.
So. Und heute? Eigentlich hatte Peter Eintrittskarten fuer eine Adoboda – sowas wie ein Gulaschfest – aber wir haben zu lange geschlafen, um das noch mitnehmen zu koennen.
Deshalb vertroedeln wir den Tag, gehen spazieren und landen schliesslich in einem Internetcafe, um uns mal bei allen Leuten zu melden bzw. diesen Eintrag zu verfassen.

Tja … nun noch 5 Mal schlafen und dann gehts heim … mit einem Abstecher in NY. Juhuuu!

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Im Kloster Santa Catalina

Verfasst von clarice22 am Montag, 6. August 2007

Heute beginnt meine letzte Arbeitswoche an der Universidad Alas Peruanas. Juhuuuuuuuuuuuuuu!
Aber auch die vergangenen Tage waren wunderschön.
Letzten Donnerstag waren wir spontan im Kino und haben den Film Sin Reservas (Rezept zum Verlieben) angesehen, der doch noch besser ist, als ich ohnehin erwartet hatte. „Little Miss Sunshine“ aus gleichnamigem Film spielte auch mit. Ausserdem habe ich mir ein peruanisches Kochbuch geleistet, so dass ich alle lieben Verwandten mit peruanischem Essen malträtieren kann =)
Und wo wir sowieso dabei sind: Wir habens getan! So sehen sie aus, die gebratenen Kollegen
Wir haben am Samstag Cuy (Meerschwein) gegessen! Und es war … naja … schmeckt wie Kaninchen, aber mit viel weniger Fleisch, dafür ist die Haut sehr sehr knusprig und eigentlich das leckerste an dem kleinen Viech. Auf Messer und Gabel wird komplett verzichtet, weil es nichts gibt, was man schneiden kann. Also gibts ne tolle Sauerei und auch gut betuchte, mit Gucci-Imitationen-bebrillte, olle, peruanische high-society Ladies essen Cuy mit den Händen. Leider ist der visuelle Aspekt doch eher unschön, so dass ich auf Wiederholungen auch verzichten kann und lieber wieder Kaninchen esse. Beweisfoto, mein Cuy war schon in Stücke geschnitten
Am Sonntag haben wir dann auch endlich das für Arequipa berühmte Kloster Santa Catalina besucht, eine Sehenswürdigkeit, die man laut Aussagen von Freunden und dem Reiseführer gesehen haben muss. Farbenprächtige Innenhöfe Peter spielt am Nonnenwaschbecken
Wir entschieden, die Tour ohne Führer zu machen, und haben dann drei Stunden im Kloster verbracht. Ich kann mich nicht erinnern, in anderen Klöstern gewesen zu sein, so dass ich kein Vergleich habe, aber es ist gross. Solch eine Küche hatte jede Nonnen in ihrer Zelle Strassen, die nach spanischen Städten benannt sind Sieht doch gut aus, oder? Springbrunnen mit Goldfischen Innenhöfe en bleu
Es ist fast wie eine Kleinstadt in einer Stadt und heute noch leben Nonnen dort, von denen wir jedoch keine zu Gesicht bekamen.
Danach wollten wir eigentlich noch Peters Pullover reparieren lassen, weil der Nähservice hier so günstig ist, aber es war schon zu spät, so dass wir nach Hause fuhren. Und den Rest des Abends mit einer leckeren Peterschen Kochkreation und dem Film Yo, Robot ausklingen liessen.

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Beim Vizerektor Mittagessen und in der Küche, Teil 2

Verfasst von clarice22 am Dienstag, 31. Juli 2007

Wieder ein Wochenende rum, das erste von verbleibenden vieren, jetzt noch drei … so langsam kann man überlegen, was man alles noch machen „muss“, bevor es wieder nach Hause geht.
Naja, am Donnerstag vergangener Woche feierten wir abends die Verabschiedung vom Andre, einem von ehemals 7 deutschen Studenten in Peru … da warens nur noch 4. Wie die Feiern, die im eigenen Haus stattfinden, war es feucht-fröhlich, so dass ich ziemlich froh war, dass am Folgetag für mich keine Uni auf dem Plan stand. Anlass: Nationalfeiertag am Samstag. Jedoch stand ein Programmpunkt auf dem Plan: Mittagessen beim Vizerektor im Hause, denn man erkannte leider erst jetzt, dass das halbe Jahr der „neuen“ Austauschstudenten quasi vorbei ist und man sich so gut wie gar nicht um uns gekümmert hat. Uns kam das gelegen, aber den Peruanern ist wichtig, dass man mit Esseneinladungen und anderen Festivitäten zeigt, wie toll sie sind, damit wir das auch ja in Deutschland verbreiten können. Nun müssen wir Verbleibenden jeden Sch**** mitmachen … der nächste Termin ist die Besichtigung einer Destille im August … buahhhh.
Naja, das Essen war dennoch köstlich und viel … einigen wird jetzt das Wasser im Munde zusammenlaufen:
Das Wochenende an sich war ruhig und dem trödeln gewidmet. Ganz unspektakulär also. Abgesehen vom Samstagabend, wo Peter und ich in den Film „Los Simpsons“ gegangen sind. In der Zeit, wo wir in der Schlange für die Tickets standen, wurden die nächsten Vorstellungen ausverkauft, so dass wir zwangsläufig die Zeit zwischen 18:30 Uhr bis 22 Uhr überbrücken mussten. Also bummelten wir durch fast alle Läden des Einkaufszentrums und endeten wiedermal im FoodCourt, wo wir dieses mal KFC ausprobierten und herausfinden mussten, dass der Rohkostsalat dort besser schmeckt als die Hühnchenburger. Macht nichts, denn der Salat war super und gleichzeitig der Anlass, mal selber welchen zu machen. Hab ich noch nie und bisher kannte ich auch die Zubereitung nicht, aber man kann sich ja ausprobieren. Das Ergebnis schmeckte zwar erst am Folgetag gut, aber zumindest weiss ich jetzt, was ich falsch gemacht hab.

Aber nun zum zweiten Teil der Überschrift. Ich war mal wieder mit der Kamera in der Küche.
Coca.
Tja, so sehen sie aus, die berüchtigten Cocablätter. Man kann aus ihnen Tee aufkochen oder sie kauen. Beides eher unspektakulär, weil der Kalk fehlt. Das einzige, was passiert, ist, dass man nach 3 Tassen starkem Tee taube Wangen bekommt. Mehr nicht. Cocatee ist auch kein kulinarisches Highlight, aber ich mag ihn und ausserdem hilft er bei durch Höhenkrankheit bedingten Kopfschmerzen.
Melón Pepino.
Übersetzt: Gurkenmelone, Melonengurke … keine Ahnung. Sie hat nichts mit Gurken zu tun, ist dafür eine Melone im Kleinformat, die man mal eben essen kann. Die Schale ist hauchdünn, das Fruchtfleisch ist wie das von „normalen“ Melonen und variiert zwischen süss-fruchtig und nur süss, je nachdem, wie lange sie im Obstkorb lag. Es ist auch egal, ob man sie schält oder halbiert und auslöffelt, ums Hände beschmieren kommt man nicht drumherum.
Lacón.
Ist eine Wurzel, glaube ich (laut Wikipedia sind es die Vorderläufe vom Schwein, aber das trifft vielleicht nur auf Spanien zu … ich schau aber nochmal im Laden nach, wie dieses Obst richtig heisst). Sie läd aufgrund von Farbe und Beschaffenheit der Schale nicht zum essen ein, ist dafür umso leckerer, weil man sowas gar nicht erwartet hat. Man schält sie und kann das komplette kernlose Innere essen. Geschmacklich erinnert sie an sehr süsse Möhren, aber mit einem Tick Frucht dazu. Die Konsistenz des Fruchtfleisch ist knackig und ähnelt einem Zwischending von Apfel und Möhre. Was mich wundert ist, dass ich hier nie ein Gericht mit diesem Obst gefunden habe, was vielleicht daran liegt, dass sie nach dem Schälen schon nach kurzer Zeit schwarz anläuft.
Und was es hier auch noch gibt:

In der Uni hat sich für mich auch etwas verändert. Da Andre nun weg ist, haben wir seinen und meinen Deutschkurs zusammengelegt, den ich nun nicht mehr erst um 16 Uhr halte, sondern schon um 9 Uhr morgens, was mich nicht mehr dazu zwingt, bis zum Tagesende auf dem Campus zu bleiben. Ausserdem habe ich die Übersetzung der Diplomarbeit beendet, lasse gerade Korrekturlesen und muss nur noch die 30 Abbildungen ändern. Das dauert länger, als ich zuerst annahm, da ich den Umgang mit Bildbearbeitungsprogrammen schon lange nicht mehr geübt hab. Aber heute lief es schon besser als gestern, so dass ich vorraussichtlich diese Woche damit fertig werde. Dann bleibt noch eine Restwoche, in der ich dann wohl nur noch Deutschunterricht gebe und schon 11 Uhr Feierabend habe. Danach 2 Freiwochen und schon gehts ab nach Hause.
Was mir besonders gute Laune bereitet, ist, dass ich wieder in meine alte WG ziehen kann, ich ne 20h-Hiwi-Jobzusage an der FH habe und ich somit erstens wieder ein Dach über den Kopf habe und zweitens zumindest die Hälfte meiner zukünftigen Lebenshaltungskosten gedeckt sind.

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In der Küche, Teil 1

Verfasst von clarice22 am Sonntag, 22. Juli 2007

Hier in Peru gibt es natürlich auch Nahrungsmittel, die es bei uns entweder gar nicht oder in abgewandelter Form gibt.
Und ich fange mal mit Früchten an:
Die Guave.
Eine Frucht, die ich zwar schon vorher kannte und deren Saft man auch bei uns bekommt, allerdings höchst selten und meist mit Erdbeersaft vermischt. Guaven als Obst hab ich bei uns noch nie gesehen (Nein, im Delikatessenladen habe ich nicht gesucht.) Hinter der sehr dünnen Schale ist das etwa 1-1,5 cm dicke Fruchtfleisch, dessen Konsistenz an Birnen erinnert. Im Inneren ist eine Masse, die jede Menge kleiner Kerne enthält. Sie sind kaum zu zerkauen und man muss auf Zahnfüllungen aufpassen, aber verdaulich. Wer sie nicht mag, isst die Guave ohne Kerne, hat dann aber weniger von der ganzen Frucht. Ich mag Guaven und find es schade, dass man sie bei uns nicht so einfach bekommt.
Die Tuna.
Tuna ist die Frucht von Kakteen. Ich glaube, die gibt es bei uns auch, ist dann aber wesentlich teuerer. Hier kriegt man das Kilo für knapp 4 Nuevos Soles (also 1 Euro). Um an das kernige Fruchtfleisch ranzukommen, muss man sie hochkant aufstellen, den „Kopf“ abschneiden, mit dem Daumen auf die Schnittstelle drücken und die Schale, die sich dann löst, abziehen. Ganz einfach. Wenn man Pech hat, sind noch winzige Stacheln an der Schale, die sich dann in die Finger bohren. Das komplette Innere mit Kernen ist essbar, wobei auch hier die Kerne schwer zu zerkauen sind, dafür aber angeblich gut fürs Verdauungssystem sein sollen. Die Tuna ist auch süß, fruchtig und schmeckt sehr gut zusammen mit Naturjoghurt. Auf den Straßen sitzen oft Frauen mit Körben voller Tunas, die einem dann für wenig Geld eine Frucht schälen, was viele Peruaner als kleine „Süßigkeit“ zwischendurch essen.
Die Grenadilla.
Nicht jedermanns Sache, da die Konsistenz des Fruchtfleisches sehr schleimig ist und vom Aussehen her an Gehirn erinnert. Aber die kleinen Kerne schmecken ganz gut, so dass ich sie eine Weile jeden Tag aß. Die Frucht muss man einfach aufpellen und dann kann man den glibbrigen Kernen mit einem Löffel zu Leibe rücken, wobei die Ess-Ästhetik etwas leidet, da alle Kerne irgendwie zusammenhängen. Aber es schmeckt =) Leider kann ich keinen vergleichenden Geschmack anbringen, da ich etwas ähnliches noch nie gegessen habe. Sie ist halt süß und fruchtig … schmeckt nach Grenadilla. Nicht zu verwechseln mit dem Granatapfel, den es hier auch gibt, aus dem man Grenadine, Granatapfelsirup, macht.

Fortsetzung folgt …

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An der Uni beim Sportfest

Verfasst von clarice22 am Samstag, 21. Juli 2007

Heute gab es wiedermal ein Sportfest an der Uni, eins, an dem wir teilnehmen „durften“.
Mich schloss das, abgesehen von meiner Anwesenheit, zum Glück aus, denn ich bin ein Mädchen und kann kein Fussball spielen … Ätsch! Zwei von unseren vier verbliebenen Herren drückten sich, indem sie an den Strand fuhren, um ein letztes Mal vor Abreise im Pazifik zu surfen, und die anderen beiden, Peter und Mario, stellten sich der Herausforderung, sich in diesen Höhen sportlich zu verausgaben. Es wurden sogar vorher Team-Poloshirts mit den Namen ausgegeben, denn für so etwas ist immer Geld da – getreu dem Motto: hauptsache es sieht gut aus.
Mehr Einsatz Jungs! Aktion vom Spielfeldrand aus Nu aber!
Da es mehr Spieler als nötig gab, wurden beide Jungs nur kurz eingesetzt … etwas 10 Minuten in der 2. Halbzeit jeder … und dann wars auch schon vorbei, 4:3 gewonnen. Fein gemacht.
Ein Highlight bei so einer Veranstaltung ist die Parillada – der Grill. Für 5 Soles gibts ein zähes Stück Fleisch, eine gekochte Kartoffel, 4 Knoblauchzehen und irgendeine Sauce. Hmmm … wir verzichteten gerne.
Anstehen am Grill – da sagt einer, die Deutschen sind die Schlange-Steh-Weltmeister
Das ist übrigens die Bibliothek für etwa 7000 Studenten aus allen Fachbereichen- aber nicht dass angenommen wird, die ganze Baracke wäre die Bibo: nein, bis zur ersten Tür von links, dann ist Schluss. Unsere Campus-Cafetería, in der man länger was vom Essen hat – schwere Bauchkrämpfe und Verdauungsprobleme sind im Preis mit inbegriffen
Weil wir irgendwann aber auch Hunger bekamen, suchen wir erst eine Pollería, entscheiden dann aber spontan um und fahren ins Saga Falabella Einkaufszentrum mit FoodCourt, wo der Peter glücklich und zufrieden ist.

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Im Alltag

Verfasst von clarice22 am Freitag, 20. Juli 2007

Wieder eine Woche rum und ich möchte nur kurz erläutern, was in den letzten Tagen passiert ist.
Aaaaaaaaalso: Am Wochenende passierte nichts aufregendes. Wir spazierten durch die Gegend, machten dies und das … ich ging zum Friseur, weil mich die Zotteln wieder aufregten und schon keine Frisur mehr waren. (Keine Angst, Anne, du bist und bleibst die Beste!) Und jetzt hab ich streichholzkurze, ausschliesslich naturfarbene Haare =)
Sonntag war genauso dem Müssiggang gewidmet und nur mit der Entdeckung einer noch unbekannten schönen Spazierstrasse verbunden.
Am Montag wurde noch gestreikt, allerdings gab es schon wesentlich mehr Studenten auf dem Campus. Das lag einmal an den Taxen und Bussen, die nun vermehrt fuhren, und an den Abschlussprüfungen, die die Studenten haben.
Dienstag und Mittwoch wurde der Streik offiziell für Verhandlungsgespräche unterbrochen, die dann wohl auch erfolgreich waren, denn seit gesten gibts keine Streik mehr. Ob es jedoch dabei bleibt, weiss ich nicht, da den weniger Cleveren irgendwann auffallen wird, dass die zugestandenen Preisminderungen und Steuerstreichungen nur eine oberflächliche Lösung sind.
Am Dienstag war ich nach langer Zeit mal wieder beim Stammtisch dabei, was ich nicht bereuht habe, wobei ich aber merkte, dass ich mal wieder den Campari-O-Konsum trainieren sollte. Bis etwa Mitternacht waren wir im Split, danach noch auf „einen“ Absacker im DejaVú … es wurde halb drei und um 7 Uhr klingelte der Wecker. Dementsprechend gut ging es mir den ganzen Dienstag über, wobei ich es ausserdem wiedermal wagte, eine Empanada in der Campus-Cafetería zu essen, was ich noch am gleichen Abend bitter bereuhte und was mich am Donnerstag daran hinderte, überhaupt irgendwas zu essen.
Gerade eben komme ich aus einem Vortrag über Deutschland/Magdeburg wieder, der hier an der Uni gehalten wurde, und ich muss doch zugeben, dass die Bilder von MD nicht spurlos an mir vorübergingen. Die Stadt liegt mir wohl mehr am Herzen, als ich gedacht habe (ich weiss ja, welcher Insider sich jetzt freut ;)

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Immernoch im Streik

Verfasst von clarice22 am Freitag, 13. Juli 2007

Zuerst sollte es ein 48-Stunden-Streik werden, dann wurden die Stimmen laut, die „indefinido“ sagten. Und was ist letztendlich passiert: wir streiken immernoch. D.h. wieder ein Tag ohne öffentlichen Verkehr, wieder ein leerer Campus ohne Dozenten oder Studenten, wieder arbeiten nur bis 15 Uhr. Das klingt jetzt nicht schlimm. Ist es auch nicht. Ich war gestern noch einkaufen, demnach sind unser Vorräte aufgefüllt, und es kann uns, trotz grösser werdender Belieferungsprobleme der Läden und Geschäfte, nichts passieren. Blöd ist nur, da hier (auf dem Campus) niemand ist, die Kinder auf den Strassen Volleyball spielen und quasi Ferienstimmung herrscht, habe ich selbst auch keine Motivation, auch nur ein bissel was zu machen. Und da wird einem die Zeit, die man im Büro verbringen muss, schon lang. Man kann schliesslich nicht ewig Spiegel und Webuni lesen, irgendwann sind alle Mails beantwortet und die Bilder für den Blog hab ich vergessen, mit ins Büro zu nehmen.

Ich hoffe nur, die Peruaner kriegen sich so langsam wieder ein … schliesslich will ich die folgenden Wochen nicht nur im Haus verbringen, Ende Juli ist Nationalfeiertag, am 15. August ist Arequipa-Jahrestag und am 24. August will ich in ein Flugzeug Richtung Heimat steigen können. Jedoch unken Pessimisten rum, dass der Streik bis zu einem Monat andauern kann. Man streikt übrigens nicht nur in Arequipa. In Juliaca hat man den Flughafen erst gesperrt und dann demoliert, in Puno sind die Strassen verriegelt, in Cusco sammeln sich die Touristen und Reisenden, die nach AQP wollten, hier in Arequipa sammelt man schon die Steine vom Plaza de Armas, um Verteidigungswände aufzubauen, und etwa 2000 Polizisten rücken an.
Na hoffentlich geht das gut. Zum unserem Glück finden die Demos nur im Zentrum statt. In unserem Wohn- und Arbeitsviertel ist es ziemlich ruhig.
Ich hab mal in den deutschen Nachrichten nachgesehen und keinen Bericht über Peru gefunden ;) Ergo ist es noch nicht schlimm genug.
Schönes Wochenende an alle Leser *wink*

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Im arequipeñischen Streik

Verfasst von clarice22 am Mittwoch, 11. Juli 2007

Heute ist wieder einmal Streik in Arequipa. Keine Bange, das hatten wir schon vor 2 oder 3 Wochen und bisher ist auch nichts schlimmes passiert. Es gibt eben nur keine Busse und keine Taxis und wir „Weissen“ sollen uns vom Zentrum fernhalten. Einverstanden. Machen wir.
Grund des Streiks sind die gestiegenen Preise. Das Benzin und Grundnahrungsmittel sind ohne Begründung von der „leider“ (sagen bereuhende Peruaner) gewählten Regierung erhöht worden (wir kennen das ja auch, nur bei uns wird gemeckert, statt stillgelegt) und das wird hier in Peru nicht einfach so hingenommen. Da der Streik dieses Mal „indefinido“ ist, also ohne Endzeitpunkt, kann es sein, dass bis nächste Woche nicht mehr gearbeitet wird. Das entscheidet sich heute noch.

Tja, das letzte Wochenende war recht normal. Am Freitag flog Vati nach Hause und kam auch gut an. Wir waren am selbigen Abend bei der Abschiedsfeier von Andrea, eine unserer Mitbewohnerinnen aus Stendal, eingeladen, die zwar mit weniger Leuten als erwartet gefeiert wurde, aber aufgrund der doch anwesenden Freunde sehr schön war.
Am Samstag zelebrierte Peter „ausschlafen“ und abends gingen mal wieder „richtig“ Pizza essen, bei Pizza Hut, ein Laden, wo ich sonst nie essen gehe, aber hier doch ganz gerne, weil die wenigstens Pizza einigermassen gut hinbekommen. Danach waren wir noch im Kino: Ahora son 13, also Oceans 13, ansehen. Ein anspruchsloser, aber amüsanter Film.
Am Sonntag bestand ich darauf, das Haus doch mal zu verlassen. Ich wollte Bücher haben. Nach langer Zeit ohne zu lesen, habe ich doch mal das eine mitgebrachte Literaturstück von Julie Zeh gelesen und wieder „Lesefeuer“ gefangen. Ergo mussten Bücher her. Zuerst deckten wir uns mit weiteren Filmen „pirata“ ein und dann fand ich zum Glück ein paar Kinderbücher auf Spanisch (die lesen sich einfacher ;o)
Abends verwöhnte ich mit Spaghetto Bolognese und wir liessen den Abend mit Filmen ausklingen. Und dann gings wie immer uff Oooobeit.

Wie ich gerade herausgefunden habe: ich wollte das Buch Tod in den Anden kaufen, wusste aber weder spanischen Titel noch Autor, habe auf blauen Dunst Lituma en los andes von Mario Vargas Llosa, einem Arequipeñer, gekauft und genau das erhalten, was ich haben wollte *froi*.

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Neue Nachricht

Verfasst von clarice22 am Mittwoch, 4. Juli 2007

So. Für die, die sich Sorgen machen: Vati ist jetzt wieder in Arequipa. Er ist vorhin angekommen, nach einer ebenfalls schrecklichen Fahrt, bei der auch noch der Bus kaputt ging. Zum Glück kam wenig später ein zweiter Bus der gleichen Gesellschaft vorbei; zu diesem hat er sich dann Zugang verschafft und ist nun hier, hat mit mir Kaffee getrunken und macht jetzt wohl nen Mittagsschlaf zu Hause.

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